Kirchen in Ahrem, Herrig und Lechenich

Nachrichten aus dem Kirchenchor

160-jähriges Jubiläum

 

Das Jahr 2010 ist für den Kirchenchor an St. Kilian ein sehr bedeutungsvolles und ereignisreiches Jahr.

Wir möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser des INFORMIERT mit hinein nehmen in unser 160-jähriges Jubiläum, indem wir berichten über das, was bisher geschehen ist und über das, was noch zu erwarten ist bzw. geplant ist. Zu Letzterem sind Sie natürlich immer ganz herzlich eingeladen.

Als beachtenswertes  musikalisches Ereignis stellte sich unsere Einladung des Kirchenchores von St. Martinus in Friesheim dar. Genau zum Beginn des Marienmonats Mai, 01. Mai, gestaltete der Chor die Vorabendmesse zum 5. Sonntag nach Ostern mit der Missa Beatae Mariae Virginis de Lourdes von Josef Scherer mit.

Der Chor überzeugte mit seiner sicheren und starken wie auch einfühlsamen Darbietung dieser sehr romantischen Messe von Josef Scherer unter der Leitung von Organist und Chorleiter Donatus Haus.

Genau an diesem 1. Mai waren es zwei Jahre her, dass der Kirchenchor Friesheim diese Messe in Berlin in der Gedächtniskirche wieder „uraufgeführt“ hat.

Da der Komponist Josef  Scherer aus unserer Region stammt, ja sogar aus Erftstadt-Bliesheim, möchte ich Ihnen einige Daten aus seiner Biographie mitteilen:

 

1902 geboren als sechstes von zehn Kindern des Schustermeisters Nikolaus Scherer in Eiweiler (Saarland)

Als Säugling  mit 6 Monaten vollständige Erblindung

1912 Besuch der Blindenschule in Düren

Sein Musiklehrer, Herr Organist Petry erkannte sein musikalische Talent und förderte  ihn so, dass Scherer sein Examen als Kirchenmusiker am Gregoriushaus Aachen 1926 mit sehr gutem Erfolg ablegen konnte.

1926 – 1931  Organist  und Chorleiter in Birkesdorf bei Düren

1931  - 1941  Organist und Chorleiter in  Hoven  ( Kreis Düren)

1942   bis in die 60-er Jahre  Organist und Chorleiter in Bliesheim

1948 entstand die Komposition „Missa beatae Mariae Virginis de Lourdes“

         uraufgeführt am 08. August 1948 anl. des Priesterjubiläums  Pfr. Frielingsdorf

         in Bliesheim

Josef Scherer, der nie etwas anderes sah als schwarz, hat doch in Wirklichkeit den Himmel gesehen – sein ganzes Leben lang.

In einer Welt, abgeschnitten von visuellen Einflüssen, konnte sich Josef Scherer vollständig dem widmen, dessen er fähig war: zu hören und zu fühlen, und alles was er hörte und fühlte,

umzusetzen in seine eigene Sprache: die Sprache der Musik. Eine große deutsche Tageszeitung, die ihn zu Lebzeiten eine Woche lang begleitete, um über ihn und seine Musik zu berichten, drückte es so aus: „Vielleicht war seine Blindheit – zusammen mit seinem begnadeten Talent – für ihn (...)ein Gottesgeschenk.“

Genau so hat Josef Scherer es empfunden. Nie beklagte er sich. Zeit seines Lebens blieb er bescheiden und liebenswürdig, demütig und gottesfürchtig. Josef  Scherer starb am 30. Juli 1986 nach einem langen, erfüllten Leben.

Möge diese Messe, die der Mutter Gottes von Lourdes gewidmet ist, weite Verbreitung finden und auch heute noch dem Zweck dienen, zu dem sie komponiert wurde: Gott zu preisen!

( entnommen der Scherer-Biographie von Elisabeth regina van den Eijnden, geb. Scherer)

 

Am Ende der Messe vereinigten sich der Gastchor aus Friesheim mit uns zum gemeinsamen Singen eines „Alleluja“ und „Amen“  aus der Katharinenmesse von Jakob de Haaan.

Nach der Messe haben beide Chöre im Pfarrzentrum weiter gefeiert und gesungen.

 

Ein weiterer Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr war die Mitgestaltung der Vorabendmesse am 12. Juni 2010 um 17:00 Uhr in St. Kilian. Drei  Chöre, die Kirchenchöre aus Friesheim und Erp  sowie der Kirchenchor aus Lechenich sangen unter der  orchestralen Begleitung des  sinfonischen Blasorchesters „Musikverein Friesheim“ die Katharinenmesse von Jakob de Haan.

 

 

Die „Missa Katharina“ ist in ihrer Grundfassung für Chor, Sopran-Solo und sinfonisches Blasorchester geschrieben.

Alle Sätze sind in traditioneller Tonalität gefasst, damit sich Sängern, Spielern und Hörern das Werk unmittelbar musikalisch und spirituell-geistlich erschließt. Dennoch verleugnet die „Missa Katharina“ nicht, dass sie eine  Komposition des 21. Jahrhunderts ist.

Das Werk entstand als Auftragswerk der Dr. Dazert-Stiftung/Kempten in Kooperation mit dem internationalen Musikbund CISM und in Zusammenarbeit mit EUREGIO VIA SALINA  und der ALLGÄUER ZEITUNG im Rahmen eines 2006 durchgeführten Kompositionswettbewerbs.

Der niederländische Komponist Jakob de Haan gewann damals den Wettbewerb.

Der Name „Missa Katharina“ wurde im Gedenken an die Mutter von Dr. Franz Josef Dazert, Katharina Dazert, gewählt, die in den Wirren des 2. Weltkriegs ihr Leben lassen musste.

 

Alle  drei Chöre hatten diese Messe schon als Benefizkonzert für die Erper Orgel in St. Pantaleon Erp am  07.März 2010  als Konzert dargeboten.

Die Wiederholung dieser „Katarinenmesse“ fand im Rahmen der Eucharistiefeier am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 17:00 Uhr statt.

Die musikalische Leitung lag bei Theo Balkhausen (Lechenich), Stefanie Hermann (Erp) und Donatus Haus (Friesheim).

Wie schon beim Benefizkonzert in Erp versetzen die Chöre und das sinfonische Blasorchester

die Mitfeiernden des Festhochamtes in eine gehobene geistliche Stimmung. Nicht unerheblich trugen auch die von Alexandra Bender gesungenen  Sopran-Solo Teile der Messe dazu bei.

 

Nach der Messe waren die beiden Kirchenchöre aus Erp und Friesheim von uns eingeladen, weiter zu feiern und zu singen.

 

Weitere musikalische Höhepunkte werden noch folgen: Am 24. September beteiligen wir uns beim Tag der Kirchenchöre des Erftkreises, indem wir mit vielen Chören (ca.800-1000  Sänger und Sängerinnen) den Abschlussgottesdienst der diesjährigen Domwallfahrt im Kölner Dom mitgestalten. Auch hier werden wir Teile aus der Katharinenmesse im Dom singen.

Am 3. Oktober werden wir im Rahmen unseres Jahresausflugs das Konventamt der Zisterziensermönche im Kloster Himmerod (10:00 Uhr) mit der Messe von Flor Peeters (1903-1986)  „Missa in Honorem Sancti Josephi“ , eine Messe für vierstimmigen gemischten Chor und Orgel  mitgestalten.

Diese „Missa in Honorem Sancti Josephi“ v. Flor Peeters werden wir ebenfalls am Allerheiligentag  um 19:00 Uhr in St. Kilian singen.

Am 20. November feiern wir unser  160. Stiftungsfest / Cäcilienfest.

In der Vorabendmesse um 17:00 Uhr singt als Gastchor der Kirchenchor St. Johannes aus unserem Nachbarort Ahrem. Mit gemeinsamen Gesängen werden  beide Chöre den Gottesdienst beenden, um anschließend mit vielen geladenen Gästen innerhalb eines Festaktes im Pfarrzentrum das Stiftungsfest zu feiern.

 

Das Jubiläumsjahr beschließen wir einmal mit der Mitgestaltung des Weihnachtshochamtes, in dem wir nochmals die „Messe de Minuit pour noel“ von Marc Anton Charpentier singen .

Zum Anderen führen wir zusammen mit dem  Männer-Gesangs-Verein MGV 1850 Lechenich, der ebenfalls wie wir 160 Jahre alt ist, ein großes Weihnachtskonzert  in St. Kilian auf.

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie die noch anstehenden musikalischen Höhepunkte sich durch Ihren Besuch nicht entgehen lassen. Herzliche Einladung!

 

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